Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V.
Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V.

Integration durch Prävention (IDP)

01.04.2013 – 31.03.2014

 

Zentrales und übergeordnetes Projektziel war es, das Thema Waffen und seine Bedeutungen für Integration bzw. seine Potentiale als Integrationshindernis in zentralen Aspekten deutlich zu machen und hierzu Möglichkeiten des pädagogischen, gewaltpräventiven Umgangs unter Einbeziehung von Jugendlichen aufzuzeigen. Dabei ging es auch um die Begrenzung von Risikofaktoren und die Förderung von Schutzfaktoren im Sinne einer resilienzorientierten Präventionsarbeit.

Verbreitet üben Waffen und deren mediale Darstellung eine anziehende Faszination auf Jugendliche aus, es liegen aber bislang keine pädagogischen Zugänge zu diesem Themenfeld vor. Ziel des innovativen Projektes war es, Ansatzpunkte für die pädagogische Arbeit zu identifizieren, modellhafte Ansätze zu entwickeln, durchzuführen und zu überprüfen.

 Jugendliche sollen so in die Lage versetzt werden, trotz schwieriger, z.T. überfordernder Erfahrungen die eigenen Stärken als Voraussetzung für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten, Gewalt und Waffen zu entwickeln.

Zielgruppe waren zum einen Jugendliche primär aus EU-Drittstaaten, die aus Ländern und Regionen kamen, in denen Erfahrungen mit Gewalt und Waffen wahrscheinlich sind. Diese Gruppe umfasst vor allem Jugendliche aus dem Westbalkan, Osteuropa sowie aus einigen afrikanischen Ländern.

Außerdem gehörten zur Zielgruppe Jugendliche aus der Aufnahmegesellschaft, denn durch Migration, Vertreibung und Flucht kommt es auf beiden Seiten zu oft schwierigen Neuorientierungen und Verunsicherungen, sowohl bei den Migranten, als auch in der aufnehmenden Gesellschaft. Eine verstärkte Suche nach Zugehörigkeit sowie nach Sicherheit kann die Folge sein. Beide Gruppen wurden aus diesen Gründen während der gesamten Projektlaufzeit auch in gemischten Gruppen angesprochen, in Schule und offener Jugendarbeit. Die unterschiedlichen Lebenswelten und Erfahrungen der Jugendlichen sollten als Basis für eine entwicklungsbezogene, wirkungsbasierte Gewaltprävention im Rahmen von Integrationsarbeit genutzt werden. Es sollten den Jugendlichen Erfahrungen ermöglicht werden, die auf eine Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit mit sozial akzeptierten Mitteln zielen, das Eingeständnis der eigenen Sicherheitsängste zulassen und zu einer Klärung der eigenen Rolle und Bedeutung von Männlichkeit und Frausein beitragen. Diese Auseinandersetzung sollte vor allem in (Peer-)Gruppen geschehen. Es sollten Werte, Vorstellungen und Anschauungen thematisiert werden. Ein wichtiges Ziel war es, Phantasien und Bedürfnisse, die mit Waffen und deren Verwendungsmöglichkeiten verbunden werden bzw. befriedigt werden sollen zu thematisieren, ebenso wie die reale Anwendung von Waffen und deren Folgen. Im einzelnen waren die Ziele:

- Entwicklung pädagogischer gewaltpräventiver Ansatze zum Themenbereich "Faszination von und Umgang mit Waffen und deren medialer Darstellung" zur Unterstützung von Integrationsansätzen.

- Stärkung der Ausbildungsreife der Jugendlichen als präventive Maßnahme gegen Gewaltaffinität.

- Entwicklung eines Schulungskonzeptes für Multiplikatoren zum Bereich Diversity.

- Erhebung von qualifiziertem Datenmaterial und Generierung von Wissen.

- Entwicklung und Erprobung von didaktisch-methodischen Ansätzen, Methoden und Materialien  zur praktischen (pädagogischen) Arbeit zur Haltung zu Waffen und Gewalt Jugendlichen im Kontext von Migration und Integraton.

-Ermöglichung von Aussagen über die Wirkung der angewandten Umsetzungsmodule auf die an den Modellveranstaltungen teilnehmenden Jugendlichen.

- Klärung der Frage, ob Jugendliche mit Gewalt-, bzw. Waffenerfahrung als ExpertInnen in peer-to-peer Projekten mit anderen Jugendlichen eingebunden werden können.

- Entwicklung einer Handlungsempfehlung für die pädagogische Arbiet auf Basis der Ergebnisse der erprobten Lernarrangements.

- Zusammenstellung der Erfahrungen und Materialien als Grundlage für die Entwicklung eines Manuals

- Entwicklung der Projektpartnerschaft zu einem thematischen internationalen Netzwerk.

- Veröffentlichung der Materialien und Ergebnisse des Projektes im Internet.

- Vorstellung der Materialien bei Fachtagen und Fachveranstaltungen zur Gewaltprävention

Hier finden Sie uns

Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V.
Reinsburgstr. 82
70178 Stuttgart

Kontakt

Tel. 0711 / 888 999 - 15

Email. info@tgbw.de

Die TGBW ist Mitglied der Türkischen Gemeinde in Deutschland
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V.